Der Islam wird gleichermaßen den Bedürfnissen des Glaubens als auch der Vernunft gerecht.

Er bewahrt die Menschen vor dem, was ihrem Leben und ihrem Besitz Schaden zufügt,

ermöglicht den Schutz nachfolgender Generationen und stellt den schönsten und, im Hin-blick

auf das Jenseits, einzigen einträglichen Handel dar. Die Vorzüge des Islam könnte man

folgendermaßen zusammenfassen:

 

 

Eine Religion des wahren Glaubens:

Der Islam verfügt über die vorzüglichste Glaubenslehre, die die Men-schen in ihrer Würde vor

häretischen Lehren wie der Götzenanbetung bewahrt.

 

 

Eine Religion, die der Seele Nahrung gibt:

Die verschiedenen Formen des Gottesdienstes im Islam sprechen sowohl die Seele als auch den

Körper an, weil ihre Verrichtung beide mit einbezieht. Diejenigen, die den Verpflichtungen des

Islam nachkommen, leben bereits in dieser Welt ein paradiesisches Leben.

 

 

Eine Religion der Barmherzigkeit:

Der Islam strebt danach, die Menschen zum Glück und zur Barmherzigkeit Allahs zu führen,

obwohl die meisten ihrer Handlungen viel eher nach Vernichtung und Strafe verlangen. Allah

der Allmächtige jedoch verkündet, daß Seine Barmherzigkeit größer ist als Sein Zorn. Abû

Huraira überlieferte, daß der Gesandte Allahs – Segen und Friede seien auf ihm – sagte:

„Als Allah die Schöpfung erschuf, schrieb Er in Sein Buch - und Er schrieb über Sich Selbst

und es ist (geschrieben) bei Ihm auf Seinem Thron: ‚Wahrlich, meine Barmherzigkeit ist größer

als Mein Zorn!’“

 

Die Basmala, die am Anfang eines jeden Qur’ân-Kapitels steht, beinhaltet diejenigen Namen

Allahs, die Seine Eigenschaften der Barmherzigkeit am Deutlichsten zum Ausdruck bringen:

„Im Namen Allahs, des All-Gnädigen, des All-Barmherzigen“.

Und diese werden auch direkt im ersten Kapitel des Qur’ân im zweiten Vers wieder genannt:

„Lobpreis sei Allah, dem Herrn (und Erhalter) der Welten, dem All-Gnädigen, dem

All-Barmherzigen“.

 

Ar-Rahmân bedeutet: voller Gnade, mitfühlend, barmherzig. Ein weiteres Kapitel des Qur’ân

trägt diesen Namen, die Sure ar-Rahmân (der All-Gnädige). In den ersten beiden Versen dieses

Kapitels wird uns gesagt, daß Allah aus seiner Barmherzigkeit heraus den Qur’ân offenbarte:

„Der All-Gnädige (ar-Rahmân), Er lehrte den Qur’ân.“

Diese Worte weisen darüber hinaus darauf hin, daß auch der Inhalt des Qur’ân eine Gnade für

die Menschheit ist. Dies geht noch deutlicher aus folgendem Vers in der Sure al-Isrâ hervor:

„Und was wir herabsenden vom Qur’ân ist eine Heilung und Barmherzigkeit für die

Gläubigen, doch den Übeltätern ist es nichts als Schaden.“ 

 

Doch nicht nur der Qur’ân ist eine Barmherzigkeit für die Menschheit, sondern dies gilt auch

für den Propheten des Islam, den Überbringer des Qur’ân:

„Und wir haben dich zu nichts anderem gesandt, außer als Barmherzigkeit für alle Welten!“ 

In der Tat hat sich die Richtigkeit dieser Worte im Leben des Propheten – Allah segne ihn und

schenke ihm Frieden – stets bewahrheitet. Nie verfluchte er diejenigen, die ihm Schaden

zufügten. In der Stadt Tâif war er gesteinigt worden und hatte die Stadt blutend verlassen

müssen. Der Erzengel Jibrîl kam zu ihm und ließ ihn wissen, er sei bereit, die Stadt, deren

Einwohner ihn so mißhandelt hatten, zu vernichten. Doch der Prophet – Allahs Segen und

Friede seien auf ihm – lehnte ab und sagte zu ihm und den anderen Engeln:

„Nein, ich will das nicht, ich bin ein Prophet der Barmherzigkeit!“

Und er betete sogar zu Allah für sie um Rechtleitung und Wohlergehen.

Wir können daraus schließen, daß die erste Frucht des Islam die Barmherzigkeit ist. Die

Gottesfreunde, die dieser goldenen Regel folgen, haben deshalb den Begriff der Dienerschaft

Allah gegenüber in zwei Prinzipien zusammengefaßt:

 

1. Ta´zîm li Amrillah:

Respektvoller Gehorsam gegenüber den Geboten Allahs

2. Schauqat li Khalqillah:

Liebevolle Barmherzigkeit gegenüber der Schöpfung Allahs

Eine logische Religion:

 

Obwohl der Islam kein Produkt menschlicher Intelligenz und menschlichen Verstandes ist, gibt

es dennoch keinen Grund, weshalb Religion und Logik, die doch beide Geschenke des

Schöpfers sind, einander ausschließen sollten. Der Islam führt den menschlichen Verstand hin

zu den nützlichsten und produktivsten Zuständen und versetzt die Menschen so in die Lage, ein

ausgeglichenes Leben zu führen, ohne in Extreme zu verfallen.

 

Mit anderen Worten: menschliche Rationalität kommt erst im Glauben an die Einheit Allahs

vollkommen zum Ausdruck und Er fordert von uns immer wieder, unsere Logik und rationalen

Fähigkeiten zu nutzen, indem Er an vielen Stellen im Qur’ân sagt: „Afalâ ta´qilûn?“, das

heißt: „Wollt ihr denn nicht nachdenken?“

 

Und auch der Gesandte Allahs – Segen und Friede seien auf ihm – lädt uns ein, unseren

Verstand zu nutzen und über den Sinn unseres Lebens nachzudenken. Er vergleicht den Lohn

des Gottesdienstes mit dem des Nachdenkens und sagt:

„Eine Stunde Nachdenken ist wertvoller als sechzig Jahre Gottesdienst.“

Der menschliche Verstand ist als Hilfsmittel erschaffen worden, um den Menschen zu Allah zu

führen und zu leiten, seine wichtigste Aufgabe besteht in der Vermittlung der göttlichen

Wirklichkeit.

 

 

Eine Religion der Liebe:

Der Verstand allein reicht jedoch nicht aus, um den Menschen zur göttlichen Wirklichkeit zu

führen. Manchmal ist der Verstand unfähig, den Menschen richtig zu leiten und führt ihn statt

dessen in einen Abgrund von Zweifeln. Deshalb ist es unerläßlich, daß der Verstand von der

Liebe beherrscht und von ihr erleuchtet wird.

 

Rûmî sagt:

„Der, der gesegnet und (mit spirituellen Geheimnissen) vertraut ist, weiß, daß Intelligenz Iblîs

gehört, während die Liebe Adams ist.“ 

„Liebe ist ein Schiff für die Auserwählten, selten ist Bedrängnis (das Resultat), zum größten

Teil ist sie Errettung.“ 

 

 

Eine Religion des Gleichgewichtes:

Der wichtigste zugrundeliegende Aspekt des Islam ist das Herstellen einer Balance zwischen

den beiden Welten. So wie Allah das Universum in vollkommener Harmonie erschaffen hat,

bietet Er den Menschen mit dem Islam einen Weg an, in ihrem Leben zum Gleichgewicht zu

finden. Der Islam bringt Ausgleich zwischen dieser Welt und dem Jenseits, zwischen Körper

und Seele, zwischen Mann und Frau, zwischen Arm und Reich, zwischen Herrschern und

Untertanen ebenso wie zwischen Materie und Geist. Diese scheinbar widerstreitenden

Gegensätze verwandelt der Islam in einander ergänzende Gegenstücke. Der Islam opfert oder

leugnet nicht das Jenseits um des Diesseits willen, noch den Körper auf Kosten des Geistes,

sondern ersetzt den Konflikt zwischen diesen Paaren durch das Wiederherstellen der

ursprünglichen Harmonie. Dies ist es, was dem Menschen jene Flügel verleiht, die ihn in

höhere Welten tragen können.

 

 

Eine Religion des Wissens und der Weisheit:

Der Islam ist keine Religion der Ignoranten. Im Gegenteil: der Islam ist die letzte und perfekte

Religion, die offenbart wurde, um Unwissenheit zu beseitigen. Darum wird im Qur’ân

verkündet, daß Wissen die wichtigste Voraussetzung dafür ist, ein wahrhaftiger und

gottgefälliger Gläubiger zu sein:

 

„Wahrlich, gottesfürchtig von Seinen Dienern sind die Wissenden, wahrlich Allah ist

all-erhaben, all-verzeihend.“ 

Der Prophet Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Die Vorzüglichkeit desjenigen, der Wissen besitzt, gegenüber einem Gottesdienst Verrichtenden

ist wie meine Vorzüglichkeit gegenüber dem Geringsten unter euch.“ 

Doch darüber hinaus verbindet der Islam Wissen mit Weisheit, denn Wissen ohne Weisheit

schadet der Menschheit mehr als es nützt. Medizinische Kenntnisse zum Beispiel können, wenn

sie ohne Weisheit angewandt werden, eher Schaden anrichten als heilsam sein. Deshalb warnte

auch der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden:

„Wer sein weltliches Wissen vermehrt ohne gleichzeitig an Weltent-sagung und Gottesfurcht

zuzunehmen, der entfernt sich von Allah!“ 

 

Eine Religion höchster Moralität:

Der Mensch wird als die Krone der Schöpfung angesehen. Er ist der Stellvertreter Allahs auf

Erden. Obwohl er ursprünglich aus Ton erschaffen wurde, blies Allah ihm Seinen Geist ein.

Der heilige Qur’ân weist uns darauf hin und warnt uns davor, unsere Seelen von unseren

niedrigen Gelüsten verunreinigen zu lassen. Er ruft die Menschen dazu auf, ihre Seelen von

Lastern zu reinigen, um mit reinem Herzen zu Allah zu gelangen. Der Prophet Muhammad –

Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – liefert das beste Beispiel eines Menschen, der

dieses großartige Ziel erreicht und den Gipfel ethischen Verhaltens verwirklicht hat. Er selbst

verkündete, daß eines der wichtigsten Anliegen seines Prophetentums darin bestand, das edelste

Bei-spiel höchster Moralität zu verkörpern:

 

 

„Wahrlich, ich wurde gesandt, um den höchsten Charakter zu vervollkommnen!“ 

Und der Qur’ân legt von dieser Tatsache Zeugnis ab und preist ihn in dem folgenden Vers:

„Und wahrlich bist du von gewaltig erhabenem Charakter.“

Die Gefährten des Propheten – Allah segne ihn und sie und schenke ihm und ihnen Frieden –

waren lebendige Zeugen seiner Schamhaftigkeit. Er war schamhafter als ein verschleiertes

junges Mädchen. Um die Bedeutung der Schamhaftigkeit zu verdeutlichen sagte er:

„Die (beiden Eigenschaften) Schamhaftigkeit und Glaube gehen Hand in Hand. Wenn eine von

beiden geht, folgt die andere nach.“

Die folgenden Worte Jalâluddîn Rûmîs erhellen die große Bedeutung von Hayâ

(Schamhaftigkeit) im Verhältnis zum Glauben:

 

„Ich fragte meinen Intellekt: ‚Was ist Glaube?’ Mein Intellekt antwortete meinem Herzen:

‚Glaube ist nichts anderes als rechtes Verhalten (Adab), deshalb sind die, die keinen Adab

besitzen, fern von der Gnade Allahs.“

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